Gedanken: Leasing, Finanzen, Versicherungen

Rund um das Leasing, die Finanzen und Versicherungen laufen Vorgänge ab, die für einen Normalbürger nicht mehr wirklich zu verstehen sind.

Als sich beim Kunsthaus eine Finanzkrise abzeichnete, habe ich umgehend über Gegenmaßnahmen nachgedacht. Das Problem betraf vorwiegend die vier Leasinggesellschaften, die mir zuvor gar nicht genug Geld geben konnten, so kam es mir zumindest vor. Von mir haben sie keine Zahlen oder weitere Infos haben wollen,  keine Selbstauskunft, keine BWA, keine Einnahme-Überschuss-Rechnung, schlichtweg nichts.

Vielleicht hat der Druckerverkäufer auch eigenmächtig Infos verteilt, mit deren Entstehung ich nichts zu tun habe. Er schwört aber Stein und Bein, dass er auch keine Fragen gestellt bekam und insbesondere keinerlei Zahlen angegeben hätte. Das wird sich noch herausstellen, ich denke aber, dass er Recht hat.

Da man alle Gläubiger gleich behandeln soll, hatte ich die Bildung eines Druckerpools vorgeschlagen, in den ich alle Einnahmen einzahle um daraus dann die Leasingfirmen anteilig bezahlen zu können. Das Interesse bei den Leasingfirmen war Null, man bewegte sich keinen Millimeter.

Darauf habe ich die Firma geschlossen und zunächst einen Insolvenzantrag gestellt, den ich nach Erstellung des Gutachtens zurück gezogen habe.

Das Gutachten besagt, dass mal gerade die Verfahrenskosten gedeckt sind. Die Leasinggesellschaften hätten also außer der Verwertung der Geräte NICHTS erhalten. Wenn man sich die Situation jetzt vergegenwärtigt, eine Firma hat bereits einen Drucker abholen lassen. Dabei wird man feststellen, dass der Verkaufspreis nur etwa ein Fünftel der Forderung betragen wird.

Auch bei dem zuletzt aufgestellten Fuji Acuity ist die Leasinggesellschaft plötzlich bereit, das nagelneue und sehr interessante Gerät zu nahezu jedem Preis zu verkaufen, Hauptsache weg.

Das ist schon eine interessante Erkenntnis, erst wirft man das Geld dem Kunden ohne eine Bonitätsprüfung, nur im Vertrauen auf einen ominösen Online-Index gewissermaßen hinterher, wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist ebenfalls alles egal. Auch wird die Werthaltigkeit des Gerätes offenbar nicht ansatzweise geprüft, obwohl es die einzige Sicherheit darstellte. Man erlaubt die Finanzierung bis 110% des Listenpreises, einem echten Mondpreis. Beim ersten kleinen Gegenwind wirft man das Handtuch und versucht, den exorbitanten Schaden dem Kunden aufzudrücken. Oft behaupten sie standardmäßig noch dreist „Eingehungsbetrug“.

Was ist das nur für ein Denken? Ich bezeichne das als mindestens rücksichtslos, grob fahrlässig, sittenwidrig ausgesprochen dumm und eventuell strafbar. Und es geht nicht um Peanuts, sondern Summen ab 50.000 bis über 100.000 Euro.

Ähnliches gilt für Banken, mit dem Unterschied, dass die erstmal gar kein Geld rausrücken. Haben Sie einen Kunden dann am Wickel, versuchen Sie das Letzte aus ihm rauszupressen, geben Dispo ohne Ende, verdienen prächtig an den Wucherzinsen. Zeichnet sich aus Bankensicht ein drohendes Problem ab, lassen sie den Kunden fallen wie eine heisse Kartoffel. Eine Bank, die einem Künstler das Atelier und Wohnhaus finanziert und in 16 Jahren nicht einen Ankauf eines Werkes auch nur in Erwägung zieht, hätte es früher auch nicht gegeben. Man kaufe nur Farbfeldmalereien des Professor XY war die Antwort auf eine diesbezügliche Anfrage an die Bank. Auf die Idee, den Künstler zu fördern von dem man lebt, ist niemand gekommen. Auch eine Anfrage des Künstlers nach einem Besuch des neuen Kundenberaters für „Risikokredite“ wurde abschlägig beschieden, er hätte keine Zeit. Was kann man dagegen tun? Nicht viel, aber ich habe bis auf die laufende Haushypothek alle Konten dort geschlossen.

Und nun kommen wir zu Versicherungen. Prämien kassieren ist ihre Lieblings-beschäftigung. Klappt das nicht, lassen sie ebenfalls wie die Banken den Kunden fallen. Verständnis und Hilfe für langjährige in Not geratene Kunden, wo käme man denn da hin. Nachdem man dann per Mahnbescheid die Zahlung erzwungen hat, kündigt man den Vertrag, mit der Folge, daß der Kunde auch bei einer anderen Gesellschaft nicht mehr angenommen wird. Diese Welt wird immer verrückter, immer unmenschlicher, geldgeiler und unsozialer.

Ein Kommentar

  1. Kann ich nachvollziehen. Nachdem ich eine totale Fehlinvestition getätigt hatte (100.000 Euro) und ich die Leasinggesellschaft nach der halben Laufzeit bat den Rest der Summe zu strecken, bekam ich als Antwort: „Stellen Sie doch einen Insolvenzantrag dann sind sie ihre Probleme los. Für uns kein Problem, wir sind versichert gegen solche Schäden.“

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